2008 Bericht
5 Tagestour 2008
Die diesjährige Tour hätte laut Programm 640 km lang sein und über ca. 12'000 m HD führen sollen. Die Pässe Wolfgang, Flüela, Julier, Albula, Maloja, Splügen, San Bernardino, Finero, Simplon sowie der Col du Sanetsch standen auf dem Programm. Leider spielte das Wetter nicht so mit und es mussten unterwegs Änderungen vorgenommen werden.
1. Etappe
Am Mittwochmorgen machten sich 18 Teilnehmer auf den Weg, um die 15. Mehrtagestour zu absolvieren. Die Anreise an den Startort Landquart wurde individuell per Auto oder mit der SBB gemacht. In Landquart haben sich dann 10 in den Sattel geschwungen und den Weg auf den Wolfgangpass, über Küblis und Klosters, unter die Räder genommen. Bis auf einen kurzen Schauer bei Klosters war das Wetter gar nicht so schlecht. Die zweite Gruppe fuhr unterdessen weiter, per Auto oder Zug, direkt nach Davos. Ab Davos fuhren dann auch die anderen 6 Velofahrer, mit etwas Vorsprung und bei Sonnenschein los, um den Flüelapass zu erklimmen. Treffpunkt war für alle das Restaurant auf der Passhöhe, wo das Mittagessen eingenommen wurde. Es folgte die rasende Abfahrt hinunter nach Susch und die kurze Flachstrecke nach Zernez. Ab hier wurde es richtig streng. Nicht weil es steil bergauf ging, nein, der Malojawind blies uns kräftig entgegen und der Weg das Engadin hinauf wurde zur Tortur. Wegen dem Wind war das erreichen des, von dieser Seite flachen, Malojapasses doch noch eine richtig gute Leistung. Im Sporthotel Maloja bezogen wir unser Quartier für zwei Nächte. Natürlich wurde zuerst der Durst gelöscht. Um sieben Uhr wurde das Nachtessen serviert und danach waren fast alle müde und zogen sich auf das Zimmer zurück.
2. Etappe
Am Morgen durfte etwas länger als normal geschlafen werden, denn das Frühstück wurde erst um acht Uhr eingenommen. Abfahrt war um neun Uhr bei relativ schönem Wetter und die Reise führte uns entlang dem Silsersee nach Silvaplana. Hier begann der kurze, zuerst sehr steile Anstieg zum Julierpass. Nach 3 km wurde es dann etwas flacher und es erreichten alle ohne Schwierigkeiten die Passhöhe. Bis hinunter nach Bivio wurde dann wieder etwas schneller gefahren. Auch der letzte Teil nach Tiefencastel war sehr nach dem Gusto der Abfahrer in der Truppe. In Tiefencastel war Mittagessen angesagt und wir warteten auf die letzten 10 Teilnehmer, die erst ab Donnerstag mitmachten. Diese starteten am Morgen in Chur um über die Lenzerheide zu radeln und sich dann uns anzuschliessen. So fuhren nach dem Essen 22 Velofahrer auf der Strasse hinauf zum Albulapass. Dieser Pass ist eine rechte Herausforderung und nicht alle bewältigten diesen Anstieg ohne Probleme. Etwas Nieselregen gesellte sich unterwegs zu uns, was aber nicht schadete. Auf der Passhöhe war eine Art Älplerchilbi im Gange, waren doch Pferdefuhrwerke und andere Personen mit Kuhglocken anwesend. So wurden alle Velofahrer mit einem grossen Lärm empfangen. Nach dem ein paar Gruppenfotos geschossen wurden, nahmen wir die kurze Abfahrt hinab nach La Punt in Angriff. Es wurden wieder Spitzentempis von gegen 80 km/h erreicht. Leider wehte im Engadin der Wind wieder aus der falschen Richtung. Mit ein paar starken Fahrern an der Spitze konnte man sich aber im Windschatten etwas verstecken. Der letzte Anstieg war dann am Bobrun von St. Moritz / Celerina angesagt. Beim berühmten Horseshoe wurde noch einmal ein Fotohalt eingelegt. Im Hotel angekommen genehmigte man sich wieder die wohlverdiente Stärkung in Form eines gelblichen Getränks. An diesem Abend wurde nach dem Essen noch etwas gesungen unter der Begleitung von Fredy und Heinz. Bei einem lustigen Abend bekamen alle die nötige Bettschwere um gut zu schlafen.
3. Etappe
Am Morgen des 3. Tages schweifte der Blick zuerst nach draussen um zu sehen, wie das Wetter war, denn es wurde Regen erwartet. Beim Frühstück war es noch trocken, doch gleich danach hörte man Donnerschläge und auch die ersten Blitze zuckten vom Himmel. Es war Regenkleidung angesagt und ein paar hatten ihre Velos bereits auf die Autos verladen. Pünktlich um Acht wurde, trotz starkem Regen, die Abfahrt nach Chiavenna, in allerdings sehr langsamem Tempo, gefahren. Nach erreichen des Talgrundes entschieden sich 3 Fahrer, trotz unsicherem Wetter, die original geplante Strecke zu fahren. Diese Route führte sie über den Splügenpass und den San Bernardino ins Tessin nach Lumino. Ein Begleitteam wurde ihnen zugeteilt, damit bei Schnee alle im Auto platz gehabt hätten. Die zweite Gruppe entschied sich für das flachere Stück und man fuhr entlang dem Comersee nach Menaggio wo man das Mittagessen zu sich nahm. Die Sonne war inzwischen wieder zurückgekehrt und es wurde richtig warm. Weiter ging die Fahrt dem Luganersee entlang in Richtung Lugano. Kurz bevor man die Stadt erreichte verdunkelte sich der Himmel aber sehr stark und man erreichte den Bahnhof mit den ersten Regentropfen. Den Rest der Etappe bis nach Bellinzona wurde richtigerweise im Zug verbracht, denn es entlud sich ein etwa 3 stündiges, sehr starkes Gewitter. Die 6 km lange Fahrt vom Bahnhof, in das Motel in Lumino, wurde dann zur richtigen Wasserschlacht. Man war froh, dass diejenigen, die am Morgen per Auto direkt an das Ziel fuhren, die Zimmer schon bezogen hatten und man sofort duschen konnte. Auch die Originaltour wurde auf den letzten 10 Km noch verregnet. Alle erreichten aber das Ziel unversehrt und es gab viel zu erzählen. Schon vor dem Nachtessen war die Stimmung gut und nach dem Essen wurde sie noch besser. Fredy holte wieder sein Schifferklavier hervor und spielt ein paar Lieder, zu denen gesungen und getanzt wurde. Trotz dem bevorstehenden schweren Tag wurde es der gemütlichste und längste Abend der diesjährigen Tour.
4. Etappe
Alle erschienen rechtzeitig zum Frühstück und so konnte um 8 Uhr die Fahrt in Richtung Locarno begonnen werden. Das Wetter hatte sich wieder gebessert und es herrschte strahlender Sonnenschein. Die Fahrt ging zügig voran. Wir durchquerten Locarno und Ascona, um dann über Brissago nach Canobbio zu gelangen. Ab hier führte uns die Tour durch das wunderschöne Valle di Canobbino hinauf nach Finero. Viele Brücken und kleine Dörfer liegen in diesem Tal. Tiefe Schluchten boten uns grossartigen Einblick in die wilde Natur. Kurz nach Finero, auf dem höchsten Punkt, steht ein Gedenkstein an Marco Pantani. Hier wartete man bis auch der letzte Fahrer angekommen war, um dann ins Centovalli hinunter zu fahren, wo wir in Santa Maria etwas assen. Der Rest der Abfahrt begann mit einer kleinen Steigung. Umso steiler fiel danach die Strasse hinunter nach Domodossola. Nun begann die lange, lange Steigung zum Simplonpass. Zuerst mussten wir auf der alten Strasse fahren, um die Tunnels zu umfahren. Ab Varzo ging es dann auf der etwas langweiligen breiten, aber nicht so steilen Strasse bergwärts und man kam zügig voran. Nach dem Zoll in Iselle wurde die Strasse etwas steiler und das Fahrerfeld zog sich in die Länge. Die einzige Abwechslung in die Monotonie der Strecke gab es bei der Durchquerung von Simplon Dorf. Auf der alten Strasse fuhr man bis nach Eggen wo man wieder auf die neue Passstrasse gelang. Die letzten steilen Rampen zur Passhöhe wurden aber auch noch gemeistert, wenn auch teilweise sehr abgekämpft. Genau so langweilig wie der Anstieg ist auch die 22 km lange Abfahrt. Einmal in Fahrt, ging es, im Gegenwind, gleichmässig im 50 – 60 km Tempo weiter und man brauchte die Bremshebel erst nach 20 km, kurz vor Brig, bei einer Spitzkehre, wieder in die Hand zu nehmen. Zum Glück ist niemand eingeschlafen. In Brig angekommen galt es im Hotel die Zimmer zu beziehen um dann noch den vorhandenen Durst zu löschen. Bei einem „Hochzeitmarkt“ wurden noch diverse Dinge erstanden und es herrschte wieder eine gute Stimmung. Zum Nachtessen mussten wir das Lokal wechseln und so gab es noch einen Fussmarsch durch die Altstadt. Nach dem Essen wurde der Rest des Abends individuell in kleinen Gruppen verbracht.
5. Etappe
Der letzte Tag begann etwas hektisch, mussten wir doch ziemlich eilig das Frühstück einnehmen. Es galt nämlich für viele den Acht Uhr Zug zu erreichen um an den Ausgangspunkt der eigentlichen Etappe nach Sion zu gelangen. Viele Fahrräder wurden auf die Autos verladen und nach Sion chauffiert. Kaum waren alle angekommen schlug das Wetter um. Ein paar machten gleich wieder rechtsumkehrt und bestiegen samt Velo wieder den Zug um nach Hause zu fahren. Die restlichen wollten die Etappe über den Col du Sanetsch aber nicht verpassen und fuhren trotz einsetzendem Regen los. Noch aus der Stadt hinaus wurde aber wieder eine Pause eingelegt. Als es bis zehn Uhr aber nicht aufgehört hatte zu Regnen, wurde die Übung abgebrochen. Die Zeit reichte nicht mehr um rechtzeitig das Etappenziel in Thun zu erreichen. So wurden schweren Herzens die Velos wieder auf das Auto oder in den Zug verladen und die Heimreise angetreten. Am Abend trafen sich alle noch einmal im Frohsinn um das Gepäck und die Velos abzuholen. Dabei wurde auch das bereits traditionelle Schlussessen eingenommen. Die Tour war wieder ein voller Erfolg. Geprägt von tollen Leistungen und nicht minder toller Kameradschaft. Ein paar Defekte waren zu beklagen, aber zum Glück kein Sturz was schliesslich das wichtigste ist. Der Dank aller Fahrer gehört natürlich nicht zuletzt unseren 4 ständigen Begleiterinnen Brigitte, Lidia, Maja, Sibylle, sowie den 2 Begleitern Fredy und Peter, die ihre Arbeit wiederum tadellos verrichteten. Ein ganz spezieller Dank gebührt auch unseren „Getränkesponsoren“ Hans Dünki, Röbi Spühler, Hans Sigrist sowie den Restaurants „Truube“, Sternen und Frohsinn. Auch den privaten, spontanen Spendern möchte ich herzlich Danke sagen. Die nächstjährige Tour wird uns in die Ostschweiz, den Vorarlberg sowie ins „Ländle“ führen. HS


